Inhaltsverzeichnis:
- Florian Kregel warnt vor Todesfällen in Braunschweig
- Medikamente leicht zugänglich über Eltern und Internet
- Stadt Braunschweig setzt auf Schulungen – doch Mittel fehlen
- Gefährliche Entwicklung mit klaren Zahlen
Florian Kregel warnt vor Todesfällen in Braunschweig
Florian Kregel, Leiter der Drogenberatung Braunschweig, spricht von einer „besorgniserregenden Entwicklung“. Die gefährlichste Substanzgruppe bilden laut ihm Benzodiazepine und Opioide. Diese Medikamente werden eigentlich zur Behandlung von Schlafstörungen und Schmerzen verschrieben. Doch sie machen schnell abhängig. In Braunschweig gab es bereits Todesfälle im Zusammenhang mit dem Konsum dieser Mittel.
Laut Daten des Paritätischen Wohlfahrtsverbands waren 2024 genau 76 Personen unter 25 Jahren betroffen. Zum Vergleich: 2016 lag diese Zahl bei null. Die Tendenz ist eindeutig steigend. Die Beratungseinrichtung spricht inzwischen von einer konstant hohen Nachfrage.
Medikamente leicht zugänglich über Eltern und Internet
Kregel nennt mehrere Ursachen für die Zunahme des Missbrauchs. Viele Jugendliche finden die Substanzen im Medikamentenschrank der Eltern. Hinzu kommt die einfache Verfügbarkeit im Internet, wo verschreibungspflichtige Präparate oft ohne Kontrolle verkauft werden. Die Pandemie habe den Konsum ebenfalls gefördert. Zudem seien diese Mittel zunehmend in Musik und sozialen Medien präsent.
Diese Faktoren begünstigen nicht nur den Erstkontakt mit den Substanzen, sondern verstärken auch das Risiko einer Abhängigkeit. Besonders alarmierend: Viele Betroffene nehmen die Medikamente regelmäßig ein, ohne sich der gesundheitlichen Folgen bewusst zu sein.
Stadt Braunschweig setzt auf Schulungen – doch Mittel fehlen
Die Stadt verweist auf ihre Präventionsarbeit: Über 40 Fachkräfte wurden zuletzt in Präventionsmaßnahmen fortgebildet. Das reicht jedoch nicht aus, wie Kregel betont. „Von der Zahl an Anfragen her könnte ich ein bis zwei Leute einstellen“, sagt er. Besonders an Schulen sei der Bedarf nach Aufklärung groß. Dort fehle es an festen Ansprechpartnern und kontinuierlichen Programmen.
Einige Maßnahmen laufen bereits, doch die Ressourcen sind begrenzt. Kregel fordert eine bessere Ausstattung der Beratungsstellen. Nur so könne der wachsenden Zahl junger Hilfesuchender wirksam begegnet werden.
Gefährliche Entwicklung mit klaren Zahlen
- 76 Betroffene unter 25 Jahren im Jahr 2024
- 0 Fälle im Jahr 2016
- Mehr als 40 fortgebildete Fachkräfte in der Stadt
- 1 bis 2 zusätzliche Stellen laut Beratungsstelle notwendig
Die Beratungsstelle warnt eindringlich: Ohne bessere Prävention droht sich die Lage weiter zu verschärfen. Der Zugang zu Medikamenten ist zu leicht, der Aufklärungsbedarf enorm. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache.
Quelle: NDR, webrivaig.com/de